17. Juli 2026: Versuchsfeld am Schützenhaus
Wem ist es noch nicht aufgefallen, das eingezäunte Feld beim Schützenhaus? Was ist dort geplant? Wir hatten ein Gespräch mit Herrn Borowski von ForstBW und haben ihn gefragt:
Es handelt sich um eine Versuchsfläche mit dem Ziel, den Bestand an Engerlingen zu dezimieren und dem Wald eine neue Chance zu geben. In einem ersten Schritt wurde der Wald gesäubert, d. h. abgestorbene Bäume und Sträucher hat man herausgenommen. Anschließend wurde der Waldboden gefräst und umgedreht, um dort vorhandene Engerlinge und Wurzelreste der Kermesbeere zu zerkleinern und im Boden zu verteilen.
In die 30 cm tiefe homogene Schicht hat man Rillen gesetzt. In diese wurden Eichelsamen platziert, insbesondere Stiel- und Traubeneichen, die dort keimen und Bäume bilden sollen. Einige sind schon zu kleinen Pflanzen herangewachsen, die meisten leider nicht: Spaziergänger haben das Tor geöffnet und nicht wieder verschlossen. Dadurch konnten Wildschweine in das Gelände gelangen, die die Eicheln fraßen – die Aktion war quasi umsonst. Ersatzweise wird man dort in diesem Herbst Setzlinge einpflanzen, die dann hoffentlich besser Fuß fassen können.
Junge Pflanzen benötigen Wasser. Dieses stammt aus einem Brunnen, der in diesem Sommer 500 m weiter westlich am Alten Reilinger Weg abgeteuft worden war. Mit einem Druck von 14 bar kann von dort das Wasser über einen Radius von bis zu 1000 m gepumpt werden, damit der Wald in Zukunft heiße Tage und Trockenheit besser überstehen kann.
Übrigens, ein weiteres eingezäuntes Versuchsgelände befindet sich an der L598, dort steht überwiegend die spät blühende Traubenkirsche. Im Schutz von deren Schatten sollen unterschiedliche Setzlinge gepflanzt werden, die dort zu Bäumen werden. Wenn diese groß sind, werden die umgebenden Traubenkirschen entfernt und es entsteht ein neuer Mischwald.
Wir sind alle sehr gespannt, wie der Wald von morgen dann aussieht! (mk)



