Zukunft des Waldes

Video von:

Peter und Hannah Weiser

 

Kahlschlag am Ortsrand von Sandhausen – massenhaftes Fällen von Kiefern, die durch die trockenen Sommer der letzten Jahre geschädigt sind.

Durch das Roden mit dem Harvester (Holzvollernter) sind immense Schäden für den Waldboden entstanden.

„Ödland Parkplatz: Wüste oder Chance ? – Fan-Parkplatz des SV Sandhausen“

Text von:

Cordula Kienle

Weite kahle Kiesfläche, wüstenartige Erdhäufen als Abtrennungen, nur spärlich bewachsen von lästigen Neophyten wie dem kanadischen Feinstrahlkraut. Einen solchen Anblick bieten die Besucher-Parkplätze bei den Sandhäuser Höfen für die Spiele des SV Sandhausen. Doch auch in der kargsten Wüste gibt es Leben: Hier wohnen erstaunlich viele Ödland-Schrecken (siehe Bild in der Mitte). Aber andere Tiere und Pflanzen finden in dem verdichteten Untergrund und den kahlen Erdwällen kaum Unterschlupf.
Doch dieser wüstenartige Parkplatz des SV Sandhausen hätte Potential, eine Heimat für viele Pflanzen und Tiere zu sein und gleichzeitig den Besuchern einen freundlichen Empfang zu bereiten.
Die lehmigen Erdhügel können Lebensräume für Vögel, Eidechsen und Wildbienen bieten, wenn man sie mit geeignetem Material etwas befestigt. Einzelne Bereiche, in denen Wildblumen angesät werden und z.B. Totholz geschützt liegt, bieten Insekten und Vögel Nahrung und Schutz. Einige Büsche und Bäume am Rand spenden den Autos Schatten und den Tieren Lebensraum.
Natürlich erfordert Bepflanzung und Lehmmauern mehr Pflege als eine kahle Kiesfläche. Aber hier wäre die Chance zu zeigen, dass Sport und Naturschutz nicht in Konkurrenz sind, sondern einander ergänzen. Der kahle Parkplatz wird in der Woche nur ein paar Stunden tatsächlich genutzt, sonst ist er menschenleer. Wenn die Tiere Unterschlupf haben und die Pflanzen günstige Lebensbedingungen, dann stört es sie auch nicht, wenn einmal in der Woche dort Fußballfans parken und etwas die Ruhe stören, auch wenn sie mal über ein paar Erdwälle und Pflanzen drüber trampeln.
Erfreulicherweise werden nach 12 Jahren jetzt auch von der Gemeinde Sandhausen die Weichen gestellt für die damals vereinbarten Ausgleichsmaßnahmen. 

Der BUND dankt ausdrücklich seinem ehemaligen Vorsitzenden, Herrn Jahn, dass er durch sein Engagement, Nachforschen und hartnäckiges Nachfragen die geplanten Ausgleichsmaßnahmen wieder in Erinnerung rief und damit eine Umsetzung möglich machte.
Wir werden auch bei weiteren Maßnahmen die Vorgänge begleiten und kritisch nachfragen.
Die Fan-Parkplätze bei den Sandhäuser Höfen haben großes Entwicklungspotential. Hier wäre viel Platz, um zusätzlich eine grüne Oase zu schaffen. Wie das dann nach 30 Jahren aussieht, zeigen die Parkplätze bei der Nußlocher Sportanlage am Max-Berk-Stadion.
Grüne Hecken teilen die Bereiche voneinander ab, überragt von prächtigen Laubbäumen. Das Wasser kann versickern und am Rand sind Grünflächen. Die üppige Bepflanzung speichert das Wasser, kühlt die Umgebung und bietet Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und kleine Tiere.
Natürlich erfordert Bepflanzung, Lehmmauern und Hecken mehr Pflege als eine kahle Kiesfläche. Hecken und Bäume müssen geschnitten werden und durch die Baumwurzeln kann der Untergrund wellig werden. Ein Parkplatz für Sportanlagen wird in der Woche nur ein paar Stunden tatsächlich genutzt, sonst ist er menschenleer. Wenn die Tiere Unterschlupf haben und die Pflanzen günstige Lebensbedingungen, dann stört es sie auch nicht, wenn dort ab und zu Autos parken.
Inzwischen ist unbebautes Land so wertvoll geworden, dass man jede Fläche mehrfach nutzen sollte.  Vor allem die Begrünung muss man fördern, um die Aufheizung im Sommer zu reduzieren.
Immerhin gibt es einen interessante Naturentwicklung bei den Fan-Parkplätzen des SV Sandhausen: Die seltene und geschützte blauflügelige Ödland-Schrecke fühlt sich dort richtig wohl und ist zahlreich anzutreffen. Die Tiere bevorzugen trockenwarme Kahl- und Ödlandflächen mit sehr spärlicher Vegetation.

Bechsteinfledermaus im Waldschutzgebiet “Schwetzinger Hardt” bei Sandhausen

Text von:

Cordula Kienle

Die Bechsteinfledermaus ist im Waldschutzgebiet am südlichen Ortsausgang von Sandhausen nachgewiesen. Sie ist eine mittelgroße Fledermausart mit einer Länge von 5 cm und einem Gewicht von 7 – 12 Gramm. Das Rückenfell der erwachsenen Tiere ist braun bis rötlich, ihr Bauchfell ist hellgrau. Charakteristisch sind die langen, breiten, etwa 2,5 cm großen Ohren. Die Bechsteinfledermauskann Flügelspannweiten bis zu 25 cm erreichen.

Lebensraum:
Im Sommer lebt die Bechsteinfledermaus vorzugsweise in feuchten, alten, strukturreichen Laub- und Mischwäldern. Sie kommt aber auch in Kiefernwäldern oder in (Wald nah gelegenen) Obstwiesen, Parks und Gärten mit entsprechendem Baumbestand vor. Sie gilt als die in Europa am stärksten an Waldlebensräume gebundene Fledermausart. Kolonien der Bechsteinfledermaus (mit ca. 20 Individuen) benötigen zusammenhängende Waldkomplexe in einer Mindestgröße von 250 – 300 ha als Jagdhabitat.
Die günstigsten Jagdbiotope liegen in Bereichen mit hoher Nahrungsdichte, beispielsweise entlang von Waldbächen. Ungeeignete Jagdbiotope sind Fichtenaufforstungen oder Dickungen.
Hohle Bäume, Bäume mit Stammrissen sowie Faul- oder Spechthöhlen dienen der Bechsteinfledermaus als Quartier, vereinzelt akzeptiert sie auch den Raum hinter der abgeplatzten Borke von Bäumen. Gerne besiedelt sie Vogel- oder spezielle Fledermauskästen.
Den Winter verbringt sie in unterirdischen Anlagen wie Höhlen und Stollen in Steinbrüchen oder stillgelegten Bergwerken und in Kellern.
Die Bechsteinfledermaus jagt direkt über dem Boden bis in den Kronenraum hinein nach Nachtfaltern, Käfern, Weberknechten und Mücken, die sie auch direkt von Blättern, Zweigen und der Borke abliest. Ihr Flug ist wendig und schmetterlingshaft. Die Aktionsräume benachbarter Kolonien sind räumlich streng voneinander getrennt.
Bechstein Fledermäuse können bis zu 21 Jahre alt werden.

Gefährdungen:
Wegen ihrer ausgeprägten Standorttreue ist die Bechsteinfledermaus besonders gefährdet durch Veränderungen ihres Lebensraums unter anderem durch waldbauliche Maßnahmen. Durch Rodung von Waldgebieten ist sie akut gefährdet, weil sie auf alten Baumbestand und Mischwald angewiesen ist.
Niedrige Flughöhen bei der Nahrungssuche machen sie besonders anfällig gegenüber Kollisionen mit Kraftfahrzeugen.

Schutzmaßnahmen:
Die Verfügbarkeit struktur- und nahrungsreicher Biotope mit einem großen Angebot an Baumhöhlen (Totholz) unterschiedlicher Sonnenexposition sind wesentliche Voraussetzungen, die ein Lebensraum der Bechsteinfledermaus erfüllen muss.
Eine ökologisch-nachhaltige Forstwirtschaft kann hierzu beitragen.
Beim Neubau oder Ausbau von Straßen oder Gebäuden sollte ein Abstand von 3 km um bekannte Quartiere und Wochenstuben eingehalten werden.

Links:

https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildkatze/europaeische-wildkatze/lebensraum/zielart-wildkatze/bechsteinfledermaus/

https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/fledermaeuse-retten/

Tipps, wie man den Garten fledermausfreundlich gestaltet: 

https://www.garten-als-naturschutz.de/fledermaeuse-im-garten/

Schwerwiegender menschlicher Einfluss

Text von:

Cordula Kienle

Vom Menschen hergestellte Objekte könnten dieses Jahr erstmals die Gesamtmasse aller lebenden Organismen, die Biomasse, übertreffen.
Das schreiben Wissenschafter vom Weizman-Institut in der angesehenen Fachzeitschrift «Nature». Die Masse von Gebäuden, Strassen und Maschinen hat sich zuletzt alle 20 Jahre verdoppelt. Die Biomasse dagegen war in den letzten 100 Jahren leicht rückläufig. Die Forscher schätzen ihre Masse auf rund 1 Terratonne oder 1000 Gigatonnen. Unter den vom Menschen geschaffenen Dingen dominieren Gebäude und Strassen mit rund 1100 Gigatonnen. Der Großteil dieser Masse entfällt auf Beton – der Lieblingsbaustoff der Menschheit –, gefolgt von Kies, Ziegelsteinen, Asphalt und Metallen.
Wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen, werden diese hergestellten Materialien bis 2040 mehr als doppelt so viel wiegen wie alles Leben auf der Erde, also etwa 2,2 Billionen Tonnen.
Alle Bäume und Sträucher bringen dagegen zusammen nur 900 Gigatonnen auf die Waage. Der gesamte Kunststoff dürfte 8 Gigatonnen wiegen – rund doppelt so viel wie alle Tiere der Erde. Plastik wird immer mehr nicht nur für Verpackungen, sondern auch für größere Objekte wie z.B. Zäune oder Sichtschutz verwendet – und ersetzen damit z.B leider auch Hecken und Sträucher.
Umweltschützer betonen oft, dass die Menschheit ihre Auswirkungen auf den Planeten verringern müsse.
Nun hat diese neue Studie gezeigt, wie gewaltig diese Auswirkungen tatsächlich sind.
C. Kienle