Zum RNZ Bericht “Petition gegen Sportplätze vor dem Aus” vom 24.06.2020

So sehr wir die Berichterstattung der RNZ über unser Projekt schätzen, so wenig verständlich ist es für uns als Petitionsführer aus der Zeitung zu erfahren, dass der Petition zum Erhalt des Waldschutzgebites auf Sandhäuser Gemarkung wenig Erfolgschancen seitens des Landtages eingeräumt werden.
 

Wurde die Petition als demokratisches Instrument etwa dem Lobbyismus geopfert? 
Warum wussten andere Verantwortliche in Sandhausen offensichtlich schon seit Monaten Bescheid? 
Wurden etwa entsprechende parteipolitische Hierarchien genutzt, um der Sache „wieder Herr zu werden“? 
Warum wechselt hier die Zuständigkeit des Ministeriums für Ländlichen Raum zum Wirtschaftsministerium? 
Warum ist das Waldschutzgebiet, für dessen Festlegung man auch lange gekämpft hat, plötzlich nicht mehr schützenswert? 
Warum ist ein „Erholungswald mit Klima – und Immissionsschutzfunktion“ so niedrig angesiedelt?
 

Fragen über Fragen – leider ohne Antworten. 

Mein Gruß geht nach Stuttgart ins Wirtschaftsministerium für die Stellungnahme: 
“Thema leider verfehlt! – Setzen! … 6 !”

Petra Weiß

Sprecherin, BI Pro-Waldschutz

Stellungnahme zum Artikel "Petition gegen Sportplätze vor dem Aus" von Greenpeace Wald AG

In Bezug auf den Artikel „Petition gegen Sportplätze vor dem Aus“ in der RNZ vom 24.06.2020, in dem das Zustandekommen der Ablehnung einer Petition der BI „Pro Waldschutz“ in Sandhausen durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium dargestellt wird, ist es der Greenpeace-Gruppe Mannheim-Heidelberg ein Anliegen, pro Waldschutz zu argumentieren. Gerodet werden sollen etwa 2,5 Hektar Waldschutzgebiet in der Schwetzinger Hardt. Das Argument des Ministeriums: Die Fläche sei nicht besonders schützenswert, das Gebiet sei “nur” als naturnahe Waldbestände eingestuft worden und der Artenschutz nur geringfügig betroffen.

Vollständiger Text:  Greenpeace Wald AG

 

Zur Gemeinderatssitzung vom 28.10.2019

Das Verfahren ruht!

Die meisten Redner in der Gemeinderatssitzung vom 28.10.2019 stehen nicht mehr hinter dem Plan der Gemeinde und des SVS, sie stimmten trotzdem nicht dem Antrag der AL auf Aufhebung des Verfahrens zu. 

Immerhin wurde beschlossen das Verfahren vorerst ruhen zu lassen.
Zumindest so lange bis der angekündigte Runde Tisch Alternativen zu dem geplanten Gebiet ausgearbeitet hat. 

Petra Weiß stellte unmittelbar nach der Sitzung klar, dass sie die Einladung zum Runden Tisch wahrnehmen werde, aber keine Abstriche an der Forderung der BI machen werde, die besagt, dass kein Wald für die Sportplätze geopfert werden darf!

Leserbrief RNZ zum Artikel:

„Umstrittenes Sportzentrum Süd liegt auf Eis“ vom 30.10.2019

Viele Sandhäuser Bürgerinnen und Bürger hätten sich vom Gemeinderat am vergangenen Montag sicher gerne die Beendigung des Bebauungsplanverfahrens gewünscht, um das Damoklesschwert über dem Waldschutzgebiet abzuwenden.

Die Mehrheit des Gemeinderates konnte sich nicht zu dieser Lösung durchringen und hat das Verfahren ruhend gestellt.
Das bedeutet zumindest, dass es in nächster Zeit nicht weiter vorangetrieben wird.
Wir nehmen es sportlich und werten es als demokratisch erzielten Teilerfolg. Auch die Tatsache, dass am beschlossenen Runden Tisch über wirkliche Alternativen gesprochen werden soll, stimmt uns zuversichtlich.


Schlussendlich steht es jetzt auf jeden Fall erst mal 1:0 für unseren Wald und für ihn gehen wir gerne noch in die Verlängerung.

Petra Weiß

Sprecherin, BI Pro-Waldschutz

Offener Brief an die GemeinderätInnen vom 20.10.2019

Sehr geehrte Gemeinderätinnen, sehr geehrte Gemeinderäte,

 

In der kommenden Gemeinderatssitzung werden für die Gemeinde Sandhausen die Weichen in Sachen „Sportzentrum Süd“ gestellt. Sie sind dafür in Ihrer Funktion als gewählte/r Mandatsträger/in mitverantwortlich, wie es für unsere Gemeinde im Hinblick auf Klima, Walderhalt, Naherholung und vieles mehr weitergeht.

Für mich persönlich ist dies auch nicht nur die einzelne Entscheidung für unsere Heimatgemeinde, die getroffen wird, vielmehr hat dies auch grundsätzlich zukunftsweisende und ortsübergreifende Wirkung, sofern sie zu Ungunsten des Waldschutzgebietes Schwetzinger Hardt gefällt würde. Dann wären für alle Anrainergemeinden an die Schwetzinger Hardt Tür und Tor für Bebauungen geöffnet, da ein Präzedenzfall bei uns geschaffen wurde. Die Bürger der Gemeinden müssen weitere Flächenversiegelungen befürchten, die den Grundwasserspiegel in der ohnehin bereits frequentierten und zugebauten Metropolregion noch weiter absenken und so noch mehr zum Absterben weiterer Waldbestände beitragen. Zum Thema der „erfolgreichen“ Wiederaufforstung sage ich an dieser Stelle nichts, überzeugen Sie sich bitte an Ort und Stelle der Anpflanzungen selbst und machen Sie sich ein Bild. Die Expertenmeinung sagt überdies, dass in der Oberrheinebene keine Aufforstung mehr gelingen wird, da die Sommer heißer, der Regen weniger und durch den sandigen Boden dieses Regenwasser auch nicht gehalten werden kann.

 

In Sandhausen, in das statuierte Waldschutzgebiet einzugreifen, ist das falsche Signal zur falschen Zeit!

Das Waldschutzgebiet mag infrastrukturell und logistisch für den SV Sandhausen sinnvoll, sein, es stellt aber schon grundsätzlich keine Alternative dar und hätte von Anfang an nie zur Debatte stehen dürfen. Auch die Tatsache, wie viel Waldbestand wir auf Sandhäuser Gemarkung haben, spielt keine Rolle, davon kann man als Gemeinde mit Wohlfühlfaktor nie genug haben. Wir sollten stolz darauf sein und alle sollten alles dafür tun, dies zu erhalten.

Ich vertraue auf Ihre wohlüberlegte Entscheidung im Sinne zukünftiger Generationen, Kinder und Enkelkinder!

 

Freundliche Grüße

Petra Weiß

Sprecherin, BI Pro-Waldschutz

Waldbegehung mit Greenpeace Ortsgruppe Heidelberg -Mannheim

Ca. 40 TeilnehmerInnen trafen sich am Samstag den 16.11.2019 morgens trotz kühler Außentemperaturen am umstrittenen Waldstück. Initiiert wurde der Termin heute von der Greenpeace Ortsgruppe Heidelberg-Mannheim, die mit dem Diplom Forstwirt Herrn Volker Ziesling und Frau Kaufmann vertreten waren. Auch Mitstreiter der Bürgerinitiative aus Ketsch „Rettet den Entenpfuhl“ haben uns begleitet.Beim Gang durch das Waldgebiet wurde einmal mehr deutlich, dass sich der Wald in einem guten Zustand präsentiert. Abzulesen ist dies an verschiedenen Indikatoren, wie z.B. dem Bewuchs mit dem europ. Pfaffenhütchen, ebenso wie an kleinen Eiben und Buchen, die sich entwickeln. Auch der Bewuchs des Waldbodens mit Efeu ist ein gutes Zeichen und zeigt an, dass der Boden nicht sauer ist, sondern kalkhaltig.
Der Status als „Waldschutzgebiet“ ist also absolut gerechtfertigt, der Wald mit seiner Wasserspeicher – und sommerlichen Kühlfunktion ein unverzichtbares Element für uns alle.

Auch zum Thema „Aufforstungen“ gab es klare Aussagen:

Aufforstungen sind prinzipiell nur auf ehemals landwirtschaftlichen Flächen möglich, was ohnehin schon Probleme mit den entsprechenden Fachverbänden aufwirft. Ganz unabhängig davon sind landwirtschaftliche Böden oftmals fruchtbarer als der eigentliche Waldboden. Vollzieht man nun eine Wiederaufforstung, so schafft man ein künstliches System, das mit einem gewachsenen Ökosystem und dessen Biodiversität nicht vergleichbar ist und diese Mikroorganismen, Pilze und Flechten nicht enthält. Bis ein Wald mit gleichem Bestand und Wert entsteht, kann man ca. 100 Jahre rechnen, von klimatisch bedingten Ausfällen ganz abgesehen. Der Mensch macht sich hier mit seiner Dominanz und letztendlich auch mit seiner Arroganz die Natur zum Untertanen ohne an die Folgen für nachfolgende Generationen zu denken.

Wir haben wieder einmal viel gelernt und bedanken uns ganz herzlich bei Tanja Kaufmann und Volker Ziesling von Greenpeace für den informativen und aufschlussreichen Spaziergang.

Die Ausführungen haben uns erneut bestärkt, dass wir mit dem Streben nach Walderhalt auf dem richtigen Weg sind.

Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Wald in Sandhausen bleibt!

Waldschutz ist Klimaschutz und Wasserschutz für uns alle – denkt daran !

1.700 Unterschriften übergeben

 

BI Sprecherin Petra Weiß überreicht Bürgermeister Kletti bei der Gemeinderatssitzung am 30. September 2019 den Ordner mit mehr als 1.700 Unterschriften von Sandhäuser Bürgern, die sich gegen die Rodung des Waldschutzgebietes stellen.

“Diese Unterschriften zu sammeln, hat uns keine große Mühe gemacht”, erklärte Weiß. “Die Leute haben teilweise sogar an der Tür geklingelt, um zu unterschreiben.”
Die BI habe fast ausschließlich positive Rückmeldungen auf ihre Proteste erhalten, negative Reaktionen könne man “an einer Hand abzählen”. “Die Unterzeichner sind alles Leute, denen was an Sandhausen liegt”, sagte die BI-Sprecherin. “Die wollen alle ernst genommen werden und präferieren eine gelebte Demokratie.”
Die Zuhörer reagierten mit Applaus, worauf Kletti daran erinnerte, dass in Ratssitzungen laut Gemeindeordnung “weder Miss- noch Beifallsbekundungen” erlaubt seien.

Gründungsversammlung der BI Pro-Waldschutz

Bei einem Treffen der Waldfreunde am 11. Juni 2019 mit Vertetern von BUND, NaBu und Mitgliedern der Sandhäuser AL wurde beschlossen eine Bürgerinitiative zu gründen, um die Ziele für den Schutz des Waldschutzgebietes vor der drohenden Rodung besser verfolgen zu können. Sprecherin der Bürgerinitiative wird Petra Weiß.